Können Hunde in der Hundetagesstätte krank werden? Was Halter wissen sollten
In der Hundetagesstätte kommen Hunde enger mit gemeinsamer Luft, Oberflächen und Krankheitserregern in Kontakt. So lassen sich Risiken einschätzen, Hygienemaßnahmen beurteilen und Warnzeichen erkennen, bei denen tierärztliche Hilfe nötig ist.

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Ein Hund, der zu Hause nur selten krank wird, kann aus der Hundetagesstätte mit Husten, laufender Nase, Erbrechen oder Durchfall zurückkommen. Können Hunde in der Hundetagesstätte krank werden? Ja – meist liegt der Grund jedoch in der veränderten Exposition und nicht darin, dass eine Hundetagesstätte grundsätzlich unsicher ist. An einem einzigen Tag können die Hunde mehrerer Haushalte dieselbe Luft, Oberflächen, Spielzeuge und Näpfe nutzen sowie mit demselben Personal und gemeinsamen Außenbereichen in Kontakt kommen.
Veterinärmedizinische Empfehlungen nennen Hundetagesstätten, Tierpensionen, Hundeparks und ähnliche Einrichtungen als Orte, an denen sich Infektionen leichter verbreiten können – besonders wenn der Gesundheitszustand eines anderen Hundes unbekannt ist oder gerade ein Ausbruch stattfindet. Das Canine Parvovirus kann sich beispielsweise über infizierte Hunde, Kot, verunreinigte Oberflächen sowie über Hände oder Kleidung von Personen verbreiten, die mit den Tieren umgehen.[8]
Eine Erkrankung ist deshalb nicht unvermeidlich. Eine gut geführte Einrichtung kann das Infektionsrisiko durch Impfpflichten, Gesundheitskontrollen, getrennte Bereiche, Reinigung und schnelle Kommunikation verringern. Entscheidend ist die Qualität dieser Maßnahmen – nicht das Wort „Hundetagesstätte“ auf dem Schild.
Warum sich das Infektionsrisiko in der Hundetagesstätte verändert
In einem vollen Spielbereich haben Hunde mehr Gelegenheiten, in unmittelbarer Nähe voneinander zu husten, sich an den Gesichtern zu beschnuppern, denselben Raum zu nutzen und dieselben Gegenstände zu berühren. Außerdem kann ein Hund gesund wirken, während sich eine Erkrankung bereits in der Inkubationszeit befindet. Eine reine Sichtkontrolle erkennt daher nicht jedes Risiko.
Atemwegsinfektionen können durch engen Kontakt und gemeinsam genutzte Umgebungen übertragen werden. Magen-Darm-Infektionen verbreiten sich unter anderem über Kot und verunreinigte Gegenstände wie Näpfe, Zwinger, Halsbänder, Leinen, Hände und Kleidung. Das Parvovirus ist ein besonders ernstes Beispiel, weil anhaltendes Erbrechen und Durchfall schnell zu Austrocknung und in schweren Fällen zu einem Schock führen können.[8]
Auch Gruppengröße und Wechsel der anwesenden Hunde spielen eine Rolle. Einen einfachen Risikowert, der für jede Einrichtung gilt, gibt es jedoch nicht. Eine kleine, sorgfältig betreute Gruppe ist einer anderen Art von Exposition ausgesetzt als ein großer Spielraum mit häufig wechselnden Hunden. Keine der beiden Varianten kann garantieren, dass ein Hund niemals krank wird.
Impfungen senken manche Risiken – aber nicht alle
Für Hunde, die regelmäßig Zeit in Gruppen verbringen, ist es sinnvoll, die Standardimpfungen aktuell zu halten. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann den Impfplan an Alter, Gesundheitszustand, Lebensweise und voraussichtliche Infektionsrisiken des Hundes anpassen.
Die Bezeichnungen können verwirrend sein. Bordetella steht mit ansteckenden Atemwegserkrankungen des Hundes in Verbindung, die oft als Zwingerhusten bezeichnet werden, ist aber nicht dasselbe wie die Hundegrippe. An einer ansteckenden Atemwegserkrankung können mehrere Viren und Bakterien beteiligt sein, während die Hundegrippe durch Influenzaviren verursacht wird. Gegen einige bestimmte Krankheiten gibt es Impfungen; sie verhindern jedoch nicht jede Ursache von Husten, Erbrechen oder Durchfall.
Eine Impfpflicht ist eine sinnvolle Schutzmaßnahme, aber keine Garantie dafür, dass sich in einer Hundetagesstätte keine Krankheiten verbreiten. Bei Welpen ist besondere Vorsicht an Orten geboten, an denen viele Hunde zusammenkommen, bis die erste Impfserie abgeschlossen ist.[8]
Was eine verantwortungsvolle Einrichtung erklären können sollte
Ein kurzer Rundgang und ein direktes Gespräch verraten oft mehr als eine ansprechend gestaltete Website. Fragen Sie, wie die Einrichtung mit einem Hund umgeht, der hustet, erbricht, Durchfall bekommt oder ungewöhnlich müde wirkt. Das Personal sollte erklären können, wie der Hund aus der Gruppe genommen wird, wo er isoliert oder nach Hause geschickt wird und wie die Halter informiert werden.
Auch bei der Reinigung sollte es konkrete Abläufe geben. Empfehlungen zur Infektionskontrolle sehen vor, sichtbare Verschmutzungen umgehend zu entfernen, anschließend mit Reinigungsmittel und Wasser zu säubern und danach ein geeignetes Desinfektionsmittel in der richtigen Verdünnung und mit der erforderlichen Einwirkzeit einzusetzen. Ebenso wichtig ist die Handhygiene – besonders nach dem Kontakt mit verschiedenen Hunden.[10]
Sinnvolle Fragen sind:
- Welche Impfungen sind vorgeschrieben, und wie werden die Nachweise kontrolliert?
- Was passiert, wenn ein Hund im Laufe des Tages krank wird?
- Wie werden gemeinsam genutzte Spielzeuge, Näpfe, Böden, Ausläufe und Außenbereiche gereinigt?
- Wie werden Halter über aktuelle Fälle von Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankungen informiert?
- Kann die Betreuung während eines Ausbruchs vorübergehend ausgesetzt werden?
Kann eine Einrichtung diese Fragen nicht klar beantworten oder spielt sie kürzlich aufgetretene Erkrankungen herunter, ist Vorsicht angebracht.
Wann ein Hund zu Hause bleiben sollte
Lassen Sie einen Hund zu Hause, solange er Anzeichen zeigt, die auf eine ansteckende Erkrankung hindeuten könnten. Informieren Sie die Hundetagesstätte auch dann, wenn die Symptome erst nach dem Besuch auftreten. Diese Information kann dem Personal helfen, eine Häufung zu erkennen und andere Hunde zu schützen.
Bei einem milden, kurz andauernden Symptom kann ein routinemäßiger Anruf in der Tierarztpraxis ausreichen. Eine zeitnahe tierärztliche Einschätzung ist sinnvoller, wenn die Beschwerden anhalten, wiederkehren, schlimmer werden, nach einem bekannten Kontakt auftreten oder einen Welpen, einen älteren Hund oder ein Tier mit einer Vorerkrankung betreffen.
Bei Atemnot, Kollaps, blassem oder bläulichem Zahnfleisch, starker Schwäche, ausgeprägter Teilnahmslosigkeit, blutigem Kot, einem aufgeblähten oder schmerzhaften Bauch sowie starkem oder anhaltendem Erbrechen oder Durchfall muss sofort tierärztliche Hilfe gesucht werden. Im Merck Veterinary Manual gilt Erbrechen oder Durchfall von mehr als 24 Stunden als Grund, innerhalb von 24 Stunden eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen. Anzeichen wie ein Schock, starke Schwäche oder eine ungewöhnliche Zahnfleischfarbe erfordern dagegen schnelleres Handeln.[1][4][7]
Entziehen Sie einem Hund mit Erbrechen oder Durchfall nicht absichtlich das Wasser, es sei denn, eine Tierärztin oder ein Tierarzt hat einen konkreten Plan zur Flüssigkeitsversorgung vorgegeben. Wird Wasser vorenthalten, kann sich die Austrocknung verschlimmern; bei erheblichem Flüssigkeitsverlust kann eine tierärztliche Flüssigkeitstherapie notwendig sein.[1][9]
Bei einem bekannten Ausbruch kann es sinnvoll sein, die Betreuung vorübergehend auszusetzen. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann zu Untersuchung, Tests, Behandlung, Impfungen und dem sicheren Zeitpunkt für die Rückkehr beraten. Hunde mit einer nachgewiesenen ansteckenden Erkrankung sollten für den Zeitraum von gemeinsam genutzten Hundeumgebungen fernbleiben, den die Tierarztpraxis empfiehlt.
Eine Erkrankung ist keine sinnvolle Form von „Immunität“
Wiederholte Erkrankungen sind keine Strategie für die Gesundheit. Impfungen und Maßnahmen zur Infektionskontrolle sollen vermeidbare Krankheiten reduzieren und ihre Verbreitung begrenzen. Wiederholt krank zu werden, bringt einem Hund keinen Vorteil.
Es gibt keine allgemeingültige Zahl von Erkrankungen, die bei einem Hund in der Hundetagesstätte als normal gelten würde. Bei wiederkehrenden Beschwerden lohnt sich ein genauerer Blick auf den zeitlichen Zusammenhang, die Abläufe der Einrichtung, den Impfstatus und mögliche gesundheitliche Probleme, die nichts mit der Hundetagesstätte zu tun haben müssen.
Für manche Hunde kann die Hundetagesstätte eine wertvolle Beschäftigung sein. Sie sollte jedoch als gemeinsam genutzte Umgebung für mehrere Tiere beurteilt werden. Wählen Sie eine Einrichtung, die weiß, wann ein Hund zu Hause bleiben muss, ihre Abläufe zur Trennung und Reinigung transparent erklärt und bei Erkrankungen schnell informiert.
Weitere Informationen mit veterinärmedizinischem Hintergrund finden Sie in den Ratgebern zur Hundegesundheit. Sie helfen dabei, Symptome und Vorsorge einzuordnen, ohne jede Erkrankung nach dem Besuch der Hundetagesstätte als dasselbe Problem zu betrachten.
Häufige Fragen
Quellen
- AVMA – Canines Parvovirus
- AVMA – Leitlinien zur Infektionskontrolle in Einrichtungen für Hundegruppen
- Merck Veterinary Manual – Erkrankungen von Magen und Darm bei Hunden
- Merck Veterinary Manual – Wann Sie eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen sollten
- Erbrechen bei Hunden – Informationen für Hundehalter



