Wie sollten sich Herbstspaziergänge verändern, wenn Hunde anfangen, Falllaub zu fressen?
Ein paar trockene Blätter wirken vielleicht harmlos – doch die eigentliche Gefahr liegt oft darunter. Erfahren Sie, wie Sie Herbstspaziergänge anpassen, riskante Stellen erkennen und Ihrem Hund das saisonale Schnüffeln ermöglichen, ohne unkontrolliertes Fressen zuzulassen.

Auf dieser Seite
Wenn ein Hund beim Spaziergang an einem trockenen Blatt knabbert, ist das nicht automatisch ein Notfall. Wenn aus dem Knabbern jedoch das Stöbern in Laubhaufen wird und der Hund alles verschluckt, was sich darunter verbirgt, sollte sich der Spaziergang ändern – nicht unbedingt aufhören.
Entscheidend ist der Unterschied zwischen dem Kauen auf einem sichtbaren, sauberen Blatt und dem Durchsuchen von Laub nach Fressbarem. Ersteres lässt sich nicht pauschal als sicher beurteilen: Die verfügbaren Erkenntnisse zeigen weder, dass gewöhnliches Falllaub für jeden Hund unbedenklich ist, noch, welche Menge als sicher gelten könnte. Das Durchwühlen von Laub ist eindeutig riskanter, weil sich darunter Eicheln, Wildpilze, Schimmel, Zecken, Parasiten und scharfkantige Gegenstände verbergen können.
Aufsicht bedeutet deshalb nicht, Herbstspaziergänge grundsätzlich zu verbieten. Vielmehr kommt es darauf an, wo der Hund erkunden darf, wie genau Sie ihn beobachten und wann Sie eingreifen.
Nicht nur auf die Blätter, sondern auf den Boden achten
Eine helle, trockene Laubschicht auf einem gepflegten Weg ist etwas anderes als ein feuchter, alter Haufen, der seit Tagen unter Bäumen liegt. Frisches, trockenes und regelmäßig gepflegtes Laub gilt als weniger riskant als altes oder feuchtes Falllaub. Trotzdem sollte kein Laubhaufen als völlig ungefährlich betrachtet werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist nach Regen gefragt. Feuchte Bedingungen können dazu führen, dass in Außenbereichen mehr Wildpilze auftreten. Diese lassen sich allein anhand ihres Aussehens oft nicht sicher bestimmen. Manche enthalten starke Giftstoffe – ein Pilz, der unauffällig aussieht, ist daher kein verlässlicher Grund, den Hund daran schnuppern oder probieren zu lassen.
An folgenden Stellen sind eine kürzere Leine und eine besonders aufmerksame Begleitung sinnvoll:
- Unter Eichen oder auf Wegen mit vielen Eicheln
- An feuchten, verrottenden oder alten Laubhaufen
- In Bereichen, die kurz nach Regen besucht werden
- An Waldrändern, wenig gepflegten Wegen oder Stellen, an denen Pilze wachsen
- Auf jeder Strecke, auf der Ihr Hund wiederholt Dinge vom Boden verschluckt
Ein Hund, der an einem sauberen Laubstreifen schnüffelt, kann die herbstliche Umgebung weiterhin genießen. Ein Hund, der mit der Nase voran in einen unbekannten Haufen springt, bewegt sich jedoch in einer ganz anderen Risikosituation.
Pilze und Eicheln sofort ernst nehmen
Wildpilze sind die Gefahr im Herbst, mit der Sie besonders vorsichtig umgehen sollten. Einige sind giftig, und anhand des Aussehens lässt sich nicht zuverlässig feststellen, ob ein Pilz sicher ist. Wenn Ihr Hund auf einen Pilz zuläuft, lenken Sie ihn ruhig um, statt ihn kurz daran knabbern zu lassen.
Eicheln bringen weitere Risiken mit sich. Sie können Magen und Darm reizen. Wird eine Eichel verschluckt, besteht außerdem die Gefahr, dass der Hund daran erstickt oder es zu einem Verschluss kommt. Beim Kauen können sich Hunde zudem das Maul verletzen oder Zähne beschädigen. Für kleinere Hunde kann das Risiko des Erstickens oder eines Verschlusses größer sein. Wiederholter Zugang zu Eicheln kann jedoch jeden Hund gefährden.
Strecken mit vielen Eichen brauchen deshalb einen bewussteren Plan. Schauen Sie voraus, nehmen Sie die Leine vor dichten Eichelflächen kürzer und belohnen Sie Ihren Hund, wenn er sich abwendet. Oft ist es einfacher, die Wegseite zu wechseln, als unter jeder Eiche mit einem entschlossenen Sammler zu verhandeln.
Ändern Sie den Spaziergang, bevor Sie etwas aus dem Maul ziehen müssen
Wenn Ihr Hund wiederholt Laub frisst, sollte der Spaziergang strukturierter werden. Warten Sie nicht erst, bis er einen unbekannten Gegenstand verschluckt hat. Achten Sie auf den Moment, in dem seine Aufmerksamkeit vom Schnüffeln und Erkunden zu hektischem Suchen, Schlingen oder wiederholtem Zurückkehren zu einem bestimmten Haufen wechselt.
Dann können Sie folgendermaßen vorgehen:
- Führen Sie Ihren Hund mit der Leine vom Haufen weg, statt die Situation fortbestehen zu lassen.
- Verwenden Sie ein vertrautes Signal wie „Aus“ oder „Lass es“, wenn Ihr Hund darauf reagiert.
- Belohnen Sie die Rückorientierung zu Ihnen mit etwas, das Ihr Hund besonders gerne mag.
- Gehen Sie auf einer saubereren Strecke weiter oder legen Sie eine Schnüffelpause an einer Stelle ein, an der sich der Boden besser überblicken lässt.
Ein zuverlässiges Signal zum Abwenden ist besonders vor der Hochsaison des Herbstes hilfreich, wenn Eicheln, Pilze und anderer Unrat schwerer zu umgehen sind. Es sollte bedeuten: „Wende dich ab und komm mit“, nicht: „Ignoriere mich, während ich das Signal immer lauter wiederhole.“ Üben Sie zunächst in einer reizarmen Umgebung und übertragen Sie die Übung anschließend schrittweise nach draußen.
Wenn Ihr Hund bereits Gras, Müll, Mulch, Holzschnitzel oder andere Gegenstände vom Boden aufnimmt, kann das Laubfressen Teil eines umfassenderen Verhaltens draußen sein. Die vorliegenden Erkenntnisse belegen nicht, dass Laubfressen durch Langeweile, Angst, einen Nährstoffmangel oder eine bestimmte Krankheit verursacht wird. Leiten Sie aus dem Verhalten allein daher keine Ursache ab. Ein anhaltendes oder zunehmendes Muster sollten Sie mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt besprechen – besonders dann, wenn Ihr Hund die gefundenen Dinge verschluckt.
Herbstbeschäftigung beibehalten – aber auf sichererem Untergrund
Hunde müssen nicht auf die Freude an Herbstspaziergängen verzichten, nur weil sich in Laubhaufen Gefahren verbergen können. Schnüffeln, Pausen und das Erkunden der Umgebung gehören zu einem guten Spaziergang. Ziel ist, diese Aktivitäten kontrollierter zu gestalten.
Wählen Sie sichtbar saubere Bereiche, in denen sich der Boden gut überblicken lässt. Lassen Sie Ihren Hund lieber am Wegesrand schnüffeln, statt ihn in tiefes, feuchtes Laub stürmen zu lassen. Kurze Trainingsspiele – etwa das Zuwenden zu Ihnen, ein Handtarget oder das Vorbeigehen an einer verlockenden Stelle – geben ihm eine lohnende Alternative zum Fressen am Boden.
Zu Hause können Sie die jahreszeitliche Beschäftigung durch eine Spielzeugsuche, ein Futterspielzeug oder ein beaufsichtigtes Nasenspiel ergänzen, bei dem Ihr Hund seine Nase einsetzen darf, ohne Zugang zu einem ungepflegten Laubhaufen zu haben. Wenn Sie Laub zusammenharken, halten Sie Ihren Hund von alten oder feuchten Haufen fern – ebenso von Bereichen, in denen Eicheln oder Pilze zwischen dem Laub liegen.
Dasselbe Prinzip gilt für andere Formen des Aufnehmens vom Boden. Wenn Sie sich in Ihrem Haushalt auch mit Koprophagie beschäftigen, kann unser Ratgeber warum manche Hunde Kot fressen und was wirklich gegen die Gewohnheit hilft Anregungen für Management und Umlenkung geben, ohne vorschnell eine Ursache anzunehmen. Weitere alltagstaugliche Hinweise finden Sie im Bereich Hundehaltung mit Artikeln zu Verhalten und Sicherheit.
Wann ein möglicher Verzehr tierärztlich abgeklärt werden sollte
Wenden Sie sich zeitnah an eine Tierärztin oder einen Tierarzt, wenn Sie wissen oder stark vermuten, dass Ihr Hund einen Pilz, mehrere Eicheln oder einen anderen unbekannten Gegenstand verschluckt hat. Holen Sie dringend Rat ein, wenn wiederholtes Erbrechen, Durchfall, deutliche Müdigkeit, Bauchbeschwerden, Würgen, Atemprobleme, Zittern oder Krampfanfälle auftreten. Wie ernst die Situation ist, kann davon abhängen, was und wie viel verschluckt wurde und wie groß Ihr Hund ist. Bei einem möglicherweise giftigen Pilz sollten Sie deshalb nicht erst auf Symptome warten.
Ein einzelnes Blatt erzählt nicht die ganze Herbstgeschichte. Wichtiger ist die Umgebung: Was verbirgt sich unter dem Laub? Ist es feucht und verrottet es bereits? Wie stark sucht Ihr Hund nach Fressbarem? Und können Sie ihn dabei unterbrechen? Lassen Sie sauberes Schnüffeln und saisonales Erkunden zu, setzen Sie aber besonders klare Grenzen bei Eichenlaub, feuchten Haufen, Pilzen und überall dort, wo Ihr Hund nicht mehr erkundet, sondern zu verschlucken beginnt.
Häufige Fragen
Quellen
- Vier Monate alter Welpe spielt und kaut im Garten auf Blättern – wie ... – Reddit — Diskussion von Haltern



